Julian Jakobsmeier | Rechtsanwalt | Fachanwalt für Medizinrecht

​Krankenkasse muss Versicherte vorläufig mit Oberschenkelprothese samt mikroprozessorgesteuertem Kniegelenk (Kenevo) versorgen.

Der gesetzlich krankenversicherten Frau musste der rechte Oberschenkel amputiert werden. Um weiterhin selbstständig gehen zu können, war eine Prothesenversorgung unumgänglich.

Der Leistungserbringer empfahl die Versorgung mit einem Kenevo-Kniegelenk der Firma Otto Bock. Die zuständige Krankenkasse verweigerte jedoch die Kostenübernahme eines computergesteuerten Kniegelenks und verwies Ihre Versicherte auf ein mechanisches Kniegelenk, mit welchem sie ausreichend versorgt sei. 


Gegen die Entscheidung wurde eine Klage erhoben. Da die durchschnittliche Verfahrensdauer sozialgerichtlicher Verfahren bei ca. 18 Monaten liegt, wurde zudem einen Antrag gestellt, die Antragstellerin bis zur endgültigen Entscheidung des Sozialgerichts vorläufig mit einem computergesteuerten Prothesenknie zu versorgen. Dem Antrag wurde durch das Sozialgericht Cottbus stattgegeben, da glaubhaft gemacht werden konnten, dass nur die Versorgung mit einem computergesteuerten Kniegelenk die bei der Antragstellerin bestehende hohe Sturzgefahr deutlich reduziert und es ihr ermöglicht sicher Treppen zu steigen.

Die Entscheidung ist mittlerweile rechtskräftig

Julian Jakobsmeier | Rechtsanwalt | Fachanwalt für Medizinrecht

Der Autor ist unter anderem schwerpunktmäßig im Sozialversicherungsrecht tätig.

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